Nachhaltigkeit fördern durch kurze Transportwege

Wieso in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah? Beim Einkauf können KonsumentInnen Lebensmittel aus der ganzen Welt kaufen. Die HerstellerInnen dieser Produkte sind in der anonymen Masse nicht identifizierbar. Die Transportwege bis zu den VerbraucherInnen sind lang. Große Mengen an Kohlenstoffdioxid (CO2) werden auf diese Weise ausgestoßen. Kohlenstoffdioxid regt eine weitere globale Erwärmung durch den Treibhausgaseffekt an und bewirkt damit einen Klimawandel. Für ein Kilogramm Weintrauben aus Südafrika werden bereits für den Transport nach Deutschland sieben Kilogramm Kohlenstoffdioxid ausgestoßen.[1] Die Alternative sind regionale Produkte. Doch ist es häufig schwierig sie im Supermarkt zu erkennen. Studierende von SIFE Mannheim haben aus diesem Grund ein Label für ihre Region entwickelt, das in der Rhein-Neckar-Region produzierte Lebensmittel für die KonsumentInnen erkennbar werden lässt.

Wie ein Logo entsteht?

Zusammen mit der Metropolregion Rhein-Neckar wurde, angelehnt an ein bereits existierendes Logo der Region, ein Label entworfen, das heute der Kennzeichnung der Regionalprodukte im Supermarkt dient. Neben dem Entwurf gestalteten die StudentInnen Informationsmaterial, wie Broschüren, Flyer und Aufkleber, zu verschiedenen Aspekten von regionalen Produkten. Zu Beginn starteten die Studierenden ihr Projekt zunächst nur mit einem regionalen Bauernhof und drei Einzelhändlern. In der Zwischenzeit ist die Anzahl auf vier Produzenten, deren Produkte das Rhein-Neckar-Label besitzen, und fünf Händler, die Produkte mit dem Rhein-Neckar-Label verkaufen, gewachsen.

Starke Gründe für Regionalität

Für die KonsumentInnen wird der Produzent der Lebensmittel sichtbar. Besonders in Zeiten von „häufiger auftretenden Lebensmittelskandalen“ schätzen die VerbraucherInnen diese Transparenz. Sie können sich vor Ort über die Haltung der Tiere informieren und schauen, wie ihre Nahrungsgrundlage produziert wird.

Eine Regionalvermarktung leistet einen aktiven Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz. Eine nachhaltige Produktions- und Konsumkultur wird unter anderem auf qualitativ hochwertig verarbeitete Produkte, die schonend zubereitet und angemessen gelagert werden, aufgebaut. Die Transportwege der Lebensmittel sind deutlich kürzer als die der außerhalb der Region, des eigenen Landes oder gar des eigenen Kontinentes produzierten Nahrungsmittel. Auf diese Weise verringert sich der CO2-Ausstoss. Ein gutes Beispiel sind Erdbeeren: für den Transport von einem Kilo Erdbeeren aus Südafrika mit dem Flugzeug werden 4,8 Liter Erdöl benötigt, mit dem LKW aus Italien 100 Milliliter (ml) und beim Einkauf regionaler Erdbeeren 28 ml.[2] Häufig werden Lebensmittel für Westeuropa in Ländern mit Wasserknappheit produziert. In diesen Ländern wird das bereits knappe und lebensnotwendige Gut für die Produktion von Lebensmitteln, die exportiert werden, verwendet. In Deutschland herrscht keine Wasserknappheit. Hier können die Nahrungsmittel produziert werden, ohne anderen Menschen das Trinkwasser wegzunehmen.

Die Verantwortung künftigen Generationen gleiche Lebensbedingungen zu ermöglichen, wird durch eine nachhaltige Regionalwirtschaft gefördert. Zudem begünstigt eine nachhaltige, regionale Produktions- und Konsumkultur die Wirtschaft in der Region. Stabile Strukturen können geschaffen werden. Durch die Wertschätzung der Regionalprodukte können sich weitere kleine Zuliefer-, Veredelungsbetriebe und DienstleisterInnen in der Region etablieren. Ein Finanzkreislauf verhindert eine Abwanderung von Kapital, da das Geld in der Region verbleiben kann.

Kontakt:
SIFE Mannheim
Verena Stegmaier
Tel.: 0176 – 990 596 86
E-Mail: verena.stegmaier@sife-mannheim.de
Web:www.rhein-neckar-label.de

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