
Viele junge Menschen verbinden mit dem Wort Wanderung oft nur eins: uncool. Dabei ist wandern viel mehr als stundenlanges Laufen ohne erkennbares Ziel. Neben den positiven gesundheitlichen Effekten durch die Bewegungen draußen, werden soziale Kompetenz, Persönlichkeitsentwicklung und Gruppenzusammenhalt gefördert. Kinder und Jugendliche können bei ihren Streifzügen die Natur ganzheitlich und mit allen Sinnen erleben und dabei Zusammenhänge und auch Abhängigkeiten des Menschen vom Naturraum verstehen.
Die Auswirkungen des heutigen Handelns, wie z.B. den Klimawandel, werden junge Menschen in Zukunft am deutlichsten spüren. Umso wichtiger ist es sie, für Zukunftsthemen schon heute zu sensibilisieren. Es ist wichtig, sie zu befähigen und zu ermutigen, ihre Umwelt und die Gesellschaft aktiv mit zu gestalten.

(Copyright: Markus Müller)
Aus diesem Grund entwickelte der Deutsche Wanderverband im Jahr 2010 das Projekt „Schulwandern“. Im Zentrum des Projektes stehen praxisnahe Schulungsangebote, insbesondere für MultiplikatorInnen und LehrerInnen. Ziel ist die Gestaltung von Wanderungen, die die SchülerInnen als ein spannendes, lehrreiches Erlebnis wahrnehmen und dabei Spaß haben. Die Ausbildung entwickelt Methoden und Ideen, die den Weg abwechslungsreich und kurzweilig werden lassen.
Die SchulwanderführerInnen planen nach der Ausbildung ganzheitliche und naturnahe Wanderungen, dabei sind Ihnen keine Grenzen gesetzt.

(Copyright: Deutscher Wanderverband)
Die SchülerInnen können an der Planung von Wanderungen beteiligt werden und am Wegesrand forschen und experimentieren. Sie können Spuren deuten und die Auswirkungen ihres Lebensstils und das Handeln von anderen Menschen reflektieren. Nutzungskonflikte verschiedener Interessensgruppen können offen gelegt und Lösungen diskutiert werden – Lösungen, die gleichzeitig ökonomisch sinnvoll, ökologisch vertretbar und sozial verträglich sind. Die Kinder und Jugendliche können verschiedene Lebensräume durchwandern und ihr Auge für Veränderungen und Unterschiede schulen. Auch thematische Wanderungen, wie „Zukunftsenergie-Wanderung“, „mit kleinem ökologischen Fußabdruck unterwegs“ und eine „Vielfalt-Wanderung“ sind möglich.
Viele SchülerInnen mögen Nachtwanderungen um die langen Abende im Schullandheim zu verkürzen. Großer Beliebtheit erfreut sich Geocaching, bei dem mit GPS-Geräten nach kleinen Schätzen gesucht werden kann.
Egal ob, das Ziel fest in den Augen ist oder der Weg das Ziel ist, wichtig ist, dass für die Kinder und Jugendlichen eigene Gestaltungsräume während der Wanderungen existieren.
Sei es im Vorfeld bei der Planung der Wanderungen oder während der Wanderung kann jedes Gruppenmitglied ihre Stärken, sei es organisieren, Wanderkarten lesen oder andere zum Weiterlaufen motivieren, in die Gruppe einbringen. Aufgaben und Abenteuer, die die Gruppe nur gemeinsam bewältigen können, schweißt sie enger zusammen.
Die Deutsche Wanderjugend führt immer wieder kreative und außergewöhnliche Schulwanderaktivitäten durch –ob Esel- oder Schneeschuhwanderung, 24 Stunden-Touren oder einen Vormittag rund um die versteckte Energie –sie bietet Aktionen und Konzepte, die Kinder und Jugendliche begeistern.
Das Projekt wurde im September 2010 als Beispielprojekt der UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ ausgezeichnet.
Weitere Informationen:
Gabi Diethers
Tel.: 0561-400498-6
E-Mail: g.diethers@wanderverband.de
Internet: www.schulwandern.de
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