Es gibt viele gute Ideen, wie Umweltschutz zu mehr Gerechtigkeit beitragen kann. Wir stellen Projekte vor, die zum Mitmachen und Nachmachen anregen. Heute: das Türkisch-Deutsche Umweltzentrum Berlin. Die Fragen beantwortet der Leiter des Zentrums, Dr. Turgut Altug. Wenn Sie sich selber engagieren, können Sie uns Ihr Projekt vorschlagen, damit wir darüber berichten.

Was ist das Türkisch-Deutsche Umweltzentrum Berlin?
Das Zentrum ist seit 2009 eine Anlaufstelle (nicht nur) für Migrantinnen und Migranten, um sich über Umwelt-, Natur- und Klimaschutzthemen zu informieren, auszutauschen, beraten zu lassen oder in Projekten mitzuarbeiten.
Welchen Beitrag leistet es zur ökologischen Gerechtigkeit?
Im Berliner Bezirk Kreuzberg leben besonders viele Menschen, die aus der Türkei kommen oder türkische Vorfahren haben. Das Türkisch-Deutsche Umweltzentrum spricht diese Menschen an und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Integration. Wie wird der Müll in Berlin getrennt? Wie kann ich Energie(-kosten) sparen und das Klima schützen?
Bei vielen Projekten bringt das Umweltzentrum deutsche Umweltorganisationen mit MigrantInnen zusammen. So kommt die Verbraucherzentrale Berlin zum Klimafrühstück in eine Moschee oder die Männer aus türkischen Kulturvereinen werden zur Parkreinigung motiviert.
Zwei Mal im Jahr gibt das Umweltzentrum die Migranten Umwelt-Zeitschrift (MUZ) heraus, die viele Informationen und Anregungen enthält. Die Texte sind durchgehen zweisprachig übersetzt, auf Deutsch und auf Türkisch.
Wie kann man sich beteiligen?
Hauptsächlich in Berlin Kreuzberg gibt es regelmäßig Veranstaltungen, etwa ein interkulturelles Umwelt- und Gesundheitsfestival im Sommer. Passend zu dem Projekt Klimafrühstück wurde ein "interkulturelles Klima-Kochbuch" herausgeben, mit umweltfreundlichen, gesunden und leckeren Rezepte aus aller Welt, die man einfach selber zubereiten kann.
Im Rahmen des Bildungsprojekts "Natur als Zweitsprache" gehen Mitarbeiter des Umweltzentrums in Schulen und Kindergärten, um Kinder und Jugendliche mit natur- und erlebnispädagogischen Methoden für die Natur zu interessieren. Bei anderen Bildungsprojekten mit Schulen und Kindergärten geht es um Mülltrennung und –vermeidung und Energiesparen.
Was ist noch geplant?
Neben den laufenden Projekten gibt es neue Projekte: Eine Öko-Station mit einem interkulturellen Garten entsteht bald im Wassertorkiez, Gemeinsam mit TransitionTown SO36 soll der Görlitzer Park in Berlin Kreuzberg schöner und umweltfreundlicher umgestaltet werden. Ganz praktisch wird der Müll eingesammelt, in Zukunft sollen Obstbäume und Gemüsebeete gepflanzt und ein Umweltbildungszentrum eingerichtet werden.
Kontakt
Dr. Turgut Altuğ, Telefon: 030-69535293, http://umweltzentrum.tdz-berlin.de
Dr. Turgut Altuğ, der Gründer und Leiter des Türkisch-Deutsche Umweltzentrum Berlin, will ein Vorbild sein. Der promovierte Agrarwissenschaftler wurde für sein Engagement mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit der Integrationsmedaille der Bundesregierung. Vorbilder brauchen Nachahmer, daher wäre es schön, wenn auch in anderen Städten und von oder anderen MigrantInnenorganisationen Umweltorganisationen entstehen, die einen Beitrag zur Integration und zum Umweltschutz leisten.

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