DNR-Projekt: Generationengerechtigkeit als ökologisch-soziale Herausforderung

Der Deutsche Naturschutzring (DNR) ist der Dachverband der deutschen Umwelt- und Naturschutzverbände. Diese haben es sich zur Aufgabe gemacht die natürliche Umwelt zu erhalten. Um die Natur zu schützen, das Klima zu retten und die Artenvielfalt zu erhalten, setzen wir uns für Naturschutzgebiete und die Energiewende ein, erarbeiten neue Verkehrskonzepte und machen Vorschläge für einen Stopp der Flächenversiegelung.

Vorbeugende Umweltpolitik bietet eine große Chance für mehr soziale Gerechtigkeit. Das gilt vor allem dann, wenn nicht alle Menschen den steigenden Umweltbelastungen gleichermaßen ausgesetzt sind oder keinen Zugang zu bestehenden Umweltgütern genießen. Diese Ungleichheiten sind in Deutschland bereits in den Bereichen Mobilität, Energieversorgung und Zugang zu naturnahen Erholungsgebieten sichtbar. Zahlreiche Studien zeigen, dass insbesondere sozial benachteiligte MitbürgrInnen vermehrten Umweltbelastungen ausgesetzt sind und die steigenden Preise für Umweltgüter oftmals nicht zahlen können. Umweltschutzmaßnahmen können hier zu einer Entlastung benachteiligter Gruppen führen und somit einen wichtigen Beitrag zu mehr Generationengerechtigkeit leisten. Umweltgerechte und gesundheitsverträgliche Lebensbedingungen bilden die Basis für Wohlbefinden und Lebensqualität der Menschen. Zivilgesellschaft und Politik sind daher gefordert, gemeinsam mit den Potenzialen ehrenamtlichen Engagements zu einer sozial- und umweltverträglichen Entwicklung und Transformation unserer Gesellschaft beizutragen. Dabei muss der Umbau der Gesellschaft die Interessen aller lebenden, vor allem aber auch der kommenden Generationen berücksichtigen.

Das Projekt „Generationengerechtigkeit als ökologisch-soziale Herausforderung" hat es sich zum Ziel gesetzt, eine breite, zivilgesellschaftlich geführte Debatte über das Thema „ökologische Gerechtigkeit“ anzustoßen und die Synergieeffekte zwischen Umwelt- und Sozialpolitik in der politischen Diskussion stärker herauszustellen. Der Deutsche Naturschutzring begleitet den deutschen Nachhaltigkeitsprozess aktiv und trägt dazu bei die Leitidee der ökologischen Gerechtigkeit auf eine breite zivilgesellschaftliche Basis zu stellen und in den Programmen der Umwelt- und Sozialverbänden zu verankern. Insbesondere mit Blick auf seine 96 Mitgliedverbände möchte der DNR Antworten auf die folgenden Fragen finden: Wie können Umweltverbände zum ökologisch-sozialen Umbau der Gesellschaft beitragen? Wie kann das Leitbild der ökologischen Gerechtigkeit mit Leben gefüllt werden? Wie können insbesondere auch Jugendliche in diesen Prozessen gestärkt werden und diese auch aktiv mitgestalten? Die Mitgliedverbände sollen aktiv an der Beantwortung dieser Fragen mitwirken und die gemeinsamen Lösungsansätze sowie das Konzept der ökologischen Gerechtigkeit an die über 5 Millionen Einzelmitglieder herantragen. 

Meilensteine des Projekts

• Auftakt- und Vernetzungsworkshop „Ökologische Wende vs. Sozialpolitik? Zielkonflikte, potenzielle Synergien und zivilgesellschaftliche Innovationen“
• Besuche bei zivilgesellschaftlichen Projekten
• Comicwettbewerb für Jugendliche
• Experten- und Zielgruppeninterviews zum Thema ökologische Gerechtigkeit
• Netzwerke schaffen und Arbeitskreise bilden
• Evaluatskonferenz

Foto: Achim Pohl, Das Fotoarchiv 

Broschüre: Mehr Gerechtigkeit durch Umweltschutz

Die Broschüre Mehr Gerechtigkeit durch Umweltschutz (PDF, 2 MB) von 2009 zeigt den Zusammenhang zwischen der sozialen Situation und Umweltbelastungen. Sie bietet eine Einführung in das Thema Umweltgerechtigkeit. Anhand vieler Beispiele wird deutlich, dass Umweltbelastungen in Deutschland ungerecht verteilt sind, und dass viele Maßnahmen, die zum Schutz der Umwelt ergriffen werden, die Lebenssituation von benachteiligten Personen verbessern können. Außerdem werden zahlreiche Projekte aus der Energieberatung, der Umweltbildung und dem Naturerlebnisbereich vorgestellt, die sich besonders an benachteiligte Bevölkerungsgruppen richten.

Kontakt

Theresa Klostermeyer
Projektkoordinatorin
E-Mail: Theresa.Klostermeyer@dnr.de
Tel.: 030 / 678 1775 - 87

Inga Bollert
Projektmitarbeiterin
E-Mail: Inga.Bollert@dnr.de
Tel.: 030 / 678 1775 - 84

AnhangGröße
Broschüre "Mehr Gerechtigkeit durch Umweltschutz" (2 MB) 1.95 MB
Steckbrief - Konzept Ökologische Gerechtigkeit217.59 KB
Broschüre "Ideen Pflanzen - Nachhaltige Projekte zum Mit- und Nachmachen" (4,7 MB)4.68 MB